Montag, 27. Dezember 2010
Bezeichnend, dass ich ein Buch über die Kunst des Aufschiebens erst gut zwei Jahre nach der Anschaffung lese. Aber aufgeschoben ist zum Glück manchmal eben nicht aufgehoben. Denn "Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin" von Kathrin Passig und Sascha Lobo gehört zu den seltenen notwendigen UND lesenswerten Ratgebern.
Ich muss gestehen: Solange ich nur was über Sascha Lobo las, hielt ich ihn nur für einen besonders sonderbaren Typen. Seit ich was von ihm gelesen habe, ist er in meiner Gunst stark gestiegen. Zumal wir einiges gemeinsam haben. Zum Beispiel die Auffassung, dass Arbeitsteilung was Feines ist, "denn sie führt dazu, dass jeder sich auf das konzentrieren kann, was ihm am meisten liegt, anstatt seine Zeit mit Kartoffelanbau und dem Schnitzen von Holzpantinen zuzubringen".
Eigentlich logisch, dass der Mensch das vor sich herschiebt, was ihm keinen Spaß bereitet. Tröstend ist da die Erfahrung, dass auf viele Probleme das Lastwagen-Phänomen zutrifft: Die meisten Lkws vor dir erledigen sich von selbst.
Durch Abbiegen nämlich.
Man muss nur lange genug warten. Solange empfehlen Passig/Lobo, Dinge manchmal nicht zu ernst zu nehmen; denn wer bestimmt eigentlich, was wichtig und dringlich ist? Ich oder die Anderen?
Wer's mehr mit dem Ich hält, gelangt vielleicht zur folgenden Lebensregel: "Leiden einstellen. Wer einen am Lustprinzip orientierten Lebenswandel führt, ist verpflichtet, dabei auch glücklich zu sein. Nur so kann man seine Mitmenschen vom Pfad der freudlosen Pflichterfüllung abbringen."
Das wird euch weiter gelingen, liebe Autoren. Denn mit den Büchern, die wir lesen, treffen wir auch eine Entscheidung über die Welt, in der wir leben wollen.
Sonntag, 26. Dezember 2010
1) Ein Abzieher in der Dusche.
2) Die Zahl der grauen Haare zwingt einen, häufiger zum Friseur zu gehen.
3) Man wünscht sich zu Weihnachten einen Werkzeugkoffer, bekommt ihn und freut sich darüber sehr.
4) Playmobil macht WIEDER Spaß.
5) Man sieht seinen Zahnarzt häufiger als den Türsteher seiner Lieblingsdisco.
6) Die Entscheidung für oder gegen eine Fete wird mehr vom Tag danach bestimmt als vom Tag selbst.
7) Die Zigarette hinterm Ohr ersetzt die Schachtel am Tag.
8) Ärger über eine verpasste Vorsorgeuntersuchung.
9) Wenn deine Kinder was zerstören, ist das kein Weltuntergang, mindert aber den Wiederverkaufswert.
10) Drüber-Schlafen wird zur Lebenseinstellung.
Sonntag, 19. Dezember 2010


Die Anti-Atomstrom-Demo in der Gelbphase ist zwar recht originell, andererseits gewiss ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und vielleicht sogar Sachbeschädigung. Der unvorbereitete Autofahrer stutzt jedenfalls schon ziemlich an dieser und an anderen Lichtzeichenanlagen in der Inneren Nordstadt.
0 Kommentare »