Donnerstag, 3. Juli 2008
Zum Rauchverbot in NRW ein kleines Gedächtnis-Gedicht des Großmeisters der kleinen Begebenheiten, Ringelnatz-Joachim:

AN MEINEN ZIGARETTENRAUCH

Gleite ins Weite und in die Höh!
Adieu, du zartes Bleu
Meines Zigarettenrauches,
Der du so sanft entfliehst.

Wenn du ein zierliches Nasenloch siehst,
Küß dem die Haare als Gruß meines Hauches.

Ob dich ein Höhendruck
Zur Erde zurückschlägt,
Eine Strömung, eines Windes Ruck
Dich zu Himmelsglück trägt, -
Finde das, was du erwartetest.

In dem hold gewürzten Augenblick,
Da du aus mir startetest,
Spielte Ziehharmonikamusik
Ein Lieblingslied von mir: La Paloma,
Und auf Schwingen dieser Volksweise
Steigst du auf. Glückliche Reise!
Aus Nikotin ins ewige Aroma.
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Sonntag, 29. Juni 2008

Zum heutigen großen "Fie-nah-le!!!" zunächst ein weiterer Beleg dafür, warum die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unsere liebste Überregionale ist. So ein Titel ist doch um Längen besser als Langeweiler- Schlagzeilen wie "Heute in Wien gegen Spanien" oder "Deutschland im Finale". Zudem beweist es, dass sich auch seriöse Titel in aktualitätsarmen EM-Zeiten der Werkzeugkiste des Boulevards bedienen sollten. Bild, Express und Co. haben zuletzt einfach die besseren Überschriften gemacht.

Was von der EM sonst noch haften bleibt?
- Zum Beispiel der Spruch von Franzosen-Coach Domenech, der vor der Niederlage gegen Italien meinte: "Ich glaube nicht an die Vorsehung. Das bringt Unglück."
- Oder dass "Siegermentalität" große Chancen bei der Wahl zum Wort des Jahres hat. Es bedeutet, dass eine Mannschaft (meistens Deutschland) auch dann gewinnt, wenn sie es nicht verdient hat. Gegen die Türkei handelte es sich also um Siegerbesiegermentalität, weil das die Türken ja vorher mit den anderen Teams genauso gemacht hatten.
- Schließlich die Einsicht, die auch gegen die starken Spanier noch ein Fünkchen Hoffnung lässt:
Egal, wie es heute ausgeht: So ist Fußball.
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Donnerstag, 26. Juni 2008
Gewohnheiten sind oft stärker als Leidenschaften oder auch Pflichten. Dass der Mensch tatsächlich ein sprichwörtliches Gewohnheitstier ist, merke ich verstärkt seit meinem Abschied von der Uni. Sechs Jahre hatte ich ein VRS-Studententicket. Ab April ertappe ich mich deshalb immer wieder beim unbeabsichtigten Schwarzfahren.
Heute ertappte mich eine Kontrolleurin (endlich!).
Sie reichte mir einen Überweisungsträger: 40 Euro erhöhtes Beförderungsentgelt statt 1,50 Euro für die Kurzstrecke.
Teurer Denkzettel, aber vielleicht wirkt das jetzt ja.