Montag, 28. April 2008
28. April 2008

In "Fever Pitch" beschreibt Nick Hornby das Elend des Fußballfans treffend: "Fußballteams sind außerordentlich einfallsreich, wenn es darum geht, Wege zu finden, ihren Anhängern Kummer zu bereiten."
Wie spricht er den Fans des 1. FC Köln doch aus der Seele, die nach dem 3:3 bei Erzgebirge Aue um zwei Punkte und einen Aufstiegsplatz gebracht sind und wieder um den Aufstieg zittern müssen. Wie orakelte am Samstag ein Besucher des Stadions in Dransdorf, nach den Spielen gegen Hoffenheim (H), Augsburg (A) und Mainz (H) werde noch nichts entschieden sein. Erst im letzten Spiel in der Pfalz gehe es darum, ob der 1. FCK ab- oder der 1. FC aufsteigt. Wir hoffen, dass es schon vorher entschieden ist, weil Köln in Kaiserslautern noch nie (oder schon viel zu lange nicht mehr) gut aussah.
Daumendrücken. Der Weg ins Oberhaus ist steinig.
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Donnerstag, 24. April 2008
24. April 2008

Die Welt ist klein. Diese Erkenntnis kommt einem immer dann, wenn man jemanden trifft, der einen kennt, den man kennt. Oder der aus dem selben Ort kommt wie man selbst und den man dann 20 Jahre später am anderen Ende der Welt wiedertrifft.
Die Welt ist klein. Dieser Grundgedanke liegt dem neuen Magazin "Humanglobaler Zufall" aus dem Hause Axel Springer zu Grunde. Dennis Buchmann (30) hatte mit der Idee für das neue Magazin beim Wettbewerb "Scoop" der Axel Springer Akademie gewonnen; die Akademie ist auch der Herausgeber.
Herausgekommen ist eine unterhaltsame erste Nummer mit sechs Reportagen über Menschen, die durch das Wer-kennt-wen-Prinzip verbunden sind. Irgendwie meint man, diese Idee so oder so ähnlich auch schon mal umgesetzt in der "Zeit" gelesen zu haben. Und jeder kennt das Mädchen, dessen Schwester die Freundin meines Fußballtrainers war. Oder so.
Fazit zum ersten humanglobalen Zufall: Nette Geschichten, schöne Fotos, schickes rotes Lesefädchen. Der Nährwert des etwa 120 Seiten starken Heftes bleibt aber gering, Reportagen sind in "Zeit" oder "Geo" besser geschrieben. Und fünf Euro ist natürlich ziemlich happig.
Buchmann hat angekündigt, mit dem Preisgeld von 500.000 Euro seien die ersten vier Nummern bis zum Jahresende gesichert. Mal sehen, wo der humanglobale Zufall ihn noch hinführt.
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Mittwoch, 23. April 2008
23. April 2008
Wen soll der geneigte Leser am heutigen Welttag des Buches besonders loben?
Es wären zu viele Autoren des Lobes würdig.
Deshalb hier eine kleine Empfehlung der zuletzt gelesenen Bücher:
- "Gegen Ende des Morgens" von Michael Frayn - ein spannender Roman über das Zeitungmachen und vom Niedergang der Fleet Street. Mit Mittagspause im Pub und Fortsetzungsroman-Redakteuren. Köstlich.
- Einen Überblick über literarische Ergüsse zum Zeitungswesen gibt Jens Frederiksens (Hrsg.) "Was schreiben die Zeitungen", wobei - da hat unserer scheidender Chefredakteur Recht - die Zeitungen aus Gewohnheit meist eher schlecht wegkommen. Beispiel aus einem Drama von Gustav Freytag. Dort sagt die Figur Bolz: "Erfinde deine eigenen Geschichten, wozu bist du Journalist?"
- Bestseller gefallen mir persönlich ja häufig nicht so gut. Eine Ausnahme ist Pascal Merciers "Nachtzug nach Lissabon". Es passiert wirklich nicht viel, aber Gregorius, der angestaubte Latein- und Griechisch-Lehrer auf Abwegen denkt und denkt und denkt und sucht und sucht und sucht. Auf dieser Ebene passiert eine Menge. Wie die "Zeit" schrieb, tatsächlich ein beeindruckender Bewusstseinskrimi mit philosophischem Tiefgang. "Ich glaube, eine Sache ausdrücken heißt, ihre Kraft bewahren und ihr den Schrecken nehmen, schreibt Pessoa." Richtig.
- Schließlich der wunderbare Erzählband "Handy" von Ingo Schulze (Neue Leben, 33 Augenblicke des Glücks, Simple Storys). Nachdenkliche, humorvolle, wahrhaftige kleine Geschichten. Meine Favoriten: "Keine Literatur oder Epiphanie am Sonntagabend", "Mr. Neitherkorn und das Schicksal" und "Noch eine Geschichte". Zitat aus der letztgenannten: "Ich werde trotzdem versuchen, von mir zu sprechen und davon, dass das Leben die Tendenz aufweist, die Literatur nachzuahmen." Stimmt.
Es wären zu viele Autoren des Lobes würdig.
Deshalb hier eine kleine Empfehlung der zuletzt gelesenen Bücher:
- "Gegen Ende des Morgens" von Michael Frayn - ein spannender Roman über das Zeitungmachen und vom Niedergang der Fleet Street. Mit Mittagspause im Pub und Fortsetzungsroman-Redakteuren. Köstlich.
- Einen Überblick über literarische Ergüsse zum Zeitungswesen gibt Jens Frederiksens (Hrsg.) "Was schreiben die Zeitungen", wobei - da hat unserer scheidender Chefredakteur Recht - die Zeitungen aus Gewohnheit meist eher schlecht wegkommen. Beispiel aus einem Drama von Gustav Freytag. Dort sagt die Figur Bolz: "Erfinde deine eigenen Geschichten, wozu bist du Journalist?"
- Bestseller gefallen mir persönlich ja häufig nicht so gut. Eine Ausnahme ist Pascal Merciers "Nachtzug nach Lissabon". Es passiert wirklich nicht viel, aber Gregorius, der angestaubte Latein- und Griechisch-Lehrer auf Abwegen denkt und denkt und denkt und sucht und sucht und sucht. Auf dieser Ebene passiert eine Menge. Wie die "Zeit" schrieb, tatsächlich ein beeindruckender Bewusstseinskrimi mit philosophischem Tiefgang. "Ich glaube, eine Sache ausdrücken heißt, ihre Kraft bewahren und ihr den Schrecken nehmen, schreibt Pessoa." Richtig.
- Schließlich der wunderbare Erzählband "Handy" von Ingo Schulze (Neue Leben, 33 Augenblicke des Glücks, Simple Storys). Nachdenkliche, humorvolle, wahrhaftige kleine Geschichten. Meine Favoriten: "Keine Literatur oder Epiphanie am Sonntagabend", "Mr. Neitherkorn und das Schicksal" und "Noch eine Geschichte". Zitat aus der letztgenannten: "Ich werde trotzdem versuchen, von mir zu sprechen und davon, dass das Leben die Tendenz aufweist, die Literatur nachzuahmen." Stimmt.
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