Dienstag, 15. Januar 2008
Oh, Adolph, alter Freiherr!

Mich wunderte nicht, wenn dein, mein lieber Knigge, Buch "Über den Umgang mit Menschen" gerade den Erziehungsberechtigten besonders gefiele.

Regel 12 aus dem ersten Kapitel mag dies belegen:

"Sei streng, pünktlich, ordentlich, arbeitsam, fleißig in Deinem Berufe! Bewahre Deine Papiere, Deine Schlüssel und alles so, daß Du jedes einzelne Stück auch im Dunkeln finden könntest! Verfahre noch ordentlicher mit fremden Sachen! Verleihe nie Bücher oder andre Dinge, die Dir geliehen worden; hast Du von andern dergleichen geliehn, so bringe oder schicke sie zu gehöriger Zeit wieder und erwarte nicht, daß sie oder ihre Domestiken noch Wege darum tun, um diese Dinge abzuholen! - Jedermann geht gern mit einem Menschen um und treibt Geschäfte mit ihm, wenn man sich auf seine Pünktlichkeit in Wort und Tat verlassen kann."
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Montag, 14. Januar 2008
Interessant, welche Schimpfwörter es im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts gab - und welche sich erhalten haben. Noch einmal also der Menschenkundler Lichtenberg:

Alter Krachwedel
Alter Hosenhuster
Dreck auf den Bart (Araber)
Bärnhäuter
Schandbalg
Alte Hure
Bankert
Flegel
Rekel
Bengel
Tölpel
Gelbschnabel
Schuft
Hundsfott
Esel
Schlingel
Maul-Affe
Klotzkopf
Dummkopf
Schurke
Spitzbube
Dieb
Hure
Nickel
Mensch
Drecksau
Schlampe
Vettel
Luder
Betrüger
Lork
Affengesicht
Narre
Matz
Lausewenzel
Flöhbeutel
Galgenschwengel
Galgenvogel
Sauwedel
Lümmel; Saulümmel
Laffe
Schelm
Rotzlöffel
Schnauzhahn
Hundejunge
Poltron
Lausebalg
Schandbalg
Scheißmatz
Knasterbart
Memme
Hexe
Canaille
Trulle
Schind-Aas
Regiments-Hure
--------Nickel.
[D 661]
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Mittwoch, 9. Januar 2008
Aus der vorvorletzten Prüfungslektüre:
"Weiser werden heißt immer mehr die Fehler kennen lernen, denen dieses Instrument, womit wir empfinden und urteilen, unterworfen sein kann. Vorsichtigkeit im Urteilen ist was heutzutage allen und jeden zu empfehlen ist. Gewönnen wir alle 10 Jahre nur EINE unstreitige Wahrheit von jedem philosophischen Schriftsteller, so wäre unsere Ernte immer noch reich genug."
Lichtenberg, Sudelbücher (A 128)
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